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magmapool + magazin = magmazin

Nun liegt es gedruckt vor: Das „magmazin“ mit insgesamt 84 Seiten. Dem Kundenmagazin der magmapool AG in Montabaur durfte ich einen Relaunch und ein neues Konzept verpassen. Jetzt kommt das Magazin mit zwei Titeln daher und lässt sich von beiden Seiten blättern – getrennt nach PR- und redaktionellem Teil. Von einer Seite des „magmazin“ her findet man klassische Public Relations, von der anderen Seite liest man Reportagen, Berichte und ein Interview zum Schwerpunktthema „Motivation“.

Im Interview erzählt eine Unternehmensberaterin warum die nachrückenden Generationen in Unternehmen nicht mehr platt durchackern wollen sondern flache Hierarchien und Entscheidungskompetenz einfordern. Eine Reportage lässt den Leser am Training von Alba Berlin teilhaben und versucht zu ergründen wie Coach Thomas Päch sein Basketballteam motiviert. Ein Reisebericht führt durch die Straßen von Abu Dhabi. Wie ein ehemaliger Leiharbeiter diese Branche in seiner Firma mit gut bezahlten und motivierten Mitarbeitern völlig neu definiert, ist dort zu lesen.

So ein größeres Objekt wieder einmal komplett zu betreuen und einen Großteil der Texte und Fotos beizusteuern, hat Spaß gemacht. Herzlichen Dank an die Gestalter bei „Schiebezimmer“ und die Offenheit und den Mut bei „magmapool“.

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ai weiwei´s way

Gerade hat ein Star der Kunstszene Schwerin besucht. Der chinesische Künstler Ai Weiwei beehrte das Staatliche Museum Schwerin zum 100. Jubiläum der Entstehung des Werkes „Fountain“ von Marcel Duchamp. Dieses verkehrt aufgehängte Pissoir machte Duchamp zum Kunstwerk, kreierte damit das Readymade.
Das Zusammentreffen passte. Denn das Schweriner Kunstmuseum beherbergt fast 90 Werke von Duchamp und Ai Weiwei bezieht sich auf die Arbeit des Franzosen. Für Ai Weiwei reichte allerdings ein einziger Hocker nicht aus. Er nutzte 6.000 für sein Readymade, Hocker aus der Ming-Dynastie, die die Besitzer zurückgelassen und gegen Plastikstühle eingetauscht hatten.
Mit viel Humor, großer Ernsthaftigkeit und erstaunlich wenig Interpretations-Wortschwall antwortetet Ai Weiwei auf alle Fragen. Es gehe ihm darum unsere Welt und unsere Gewohnheiten zu hinterfragen und um Dinge, die „das Herz berühren“. Nur zum Rätsel aller Kunstfragen – was einen Künstler ausmache? – sagte Ai Weiwei lächelnd: „Ein Künstler würde diese Frage nicht beantworten“.

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persönliche highlights

Es entstand ganz spontan. Der Jugendwettbewerb, bei dem ich Mitjuror war, konnte wider Erwarten einen Raum in der MV FOTO Galerie nicht bespielen. Da sprang ich kurzfristig ein. Nachdem ich die Bilder aus meinem Flur räumte und meine Mappe auspackte, kam eine Auswahl zustande, die von meinen fotografischen Anfängen bis zu Projekten aus den letzten Jahren reicht. Lauter Einzelfotos, die im Zuge von Reportagen entstanden – meine persönlichen Highlights. Die Ausstellung „Storysplitter – Von einem der auszog Geschichten zu erzählen“ zeigt einen kleinen Querschnitt meiner journalistischen Arbeit. Sie wurde am 8. April 2017 eröffnet und geht bis zum 24.5.2017.

Hier zwei Fotos von der Vernissage:

Ausstellung2_web Foto: Christoph Müller

 

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Foto: Sven Rausch

Adresse:
MV FOTO Galerie
Puschkinstraße 13,
19055 Schwerin

der kleine puck

Na wo ist denn der Puck? Schon wieder aus dem Bild verschwunden. Eishockey, dieses verdammt schnelle Spiel, mit der Fotokamera einzufangen, ist nicht einfach, vor allem wenn man es erstmals tut – so wie ich neulich. Aber zu meiner Porträt-Geschichte musste ich auch eine Spielszene liefern. Mit Glück habe ich eines hinbekommen, das sogar als Doppelseite gedruckt wurde. Trotzdem: Sport ist Mord.
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lange leitung

Die Idee könnte die leidige Diskussion um den Verlauf etlicher wichtiger Stromtrassen beenden. Mit einem Kamerateam konnte ich im Auftrag der Thüga den Testlauf eines einmaligen Projektes verfolgen. Wir dokumentierten die Geburt einer innovativen Verlegetechnik für Stromleitungen. Kein anderes Verfahren schafft so lange Strecken in einem Stück und ohne nennenswerten Erdaushub. Und niemand sonst bringt es bei Hochspannungsleitungen auf eine Trassenbreite von 1,70 Meter. In Worten: ein Meter siebzig. Bislang benötigen Freileitungen eine Schneise von 72 Meter und Erdkabel von 20 Meter Breite.

Was das Startup-Unternehmen AGS-Verfahrenstechnik zusammen mit den Stadtwerken Stade erfolgreich getestet hat, erleichtert nicht nur die Planung beim Trassenverlauf entscheidend. Weitere Vorteile: äußerst geringer Flächenverbrauch, geringes ökologisches Störpotenzial, belastungsfreies Verlegen für das Stromkabel selbst, ein Verlauf in Kurven und über Berg und Tal, sowie einfacher Kabelaustausch. Und dabei ist die Methode noch um einiges günstiger als bei herkömmlichen Hochspannungs-Erdkabeln. Wenn das nicht den dringend nötigen Netzausbau für Ökostrom beschleunigt.
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Vorbereitungen für das Interview mit dem Erfinder des Verfahrens, Dipl.-Ing. Werner Spiegel im strömenden Regen. Lediglich zwei solcher Verlegeschächte wie im Hintergrund benötigt man alle zwei Kilometer.

Foto: © Dr. Rolf Hamann

Hier der Link zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=RqWTt5jIWI0

 

relaunch

Es ist etwa 14 Jahre her, dass ich an der ersten Ausgabe des LSW Magazin arbeitete. Eine Titelstory über das Kunstmuseum Wolfsburg inklusive eines Interviews mit seinem damaligen Direktor Gijs van Tuyl . Ein schöner Anfang. Bis heute fotografiere und texte ich für das Magazin des niedersächsischen Energieversorgers.

Zwischenzeitlich hatten wir das Magazin schon mal optisch aufgefrischt. Vor kurzem wurde das Layout nun erneut überarbeitet – wie ich finde sehr gelungen. Sicherlich ist das Blau, das sich von Anfang an die Jahre durch alle Hefte zieht, Geschmacksache. Doch es ist die traditionelle Hausfarbe und daher Pflicht. Aus dem einst eher konservativen, manchmal etwas verspielten Layout ist ein klares Design geworden. Hier die Seiten meiner Titelgeschichte in der ersten Ausgabe mit neuem Layout:

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Verdammt klein dieses Schwerin – aber die einmalige Atmosphäre und der hohe Freizeitwert sind verlockend. Ein Segelrevier von sieben Seen, eine gemütliche Innenstadt, Schlösser und Herrenhäuser, sowie jede Menge Natur – genau das Richtige um sich wirklich wohl zu fühlen. Das tue ich schon seit einer Weile. Denn mich hat es tatsächlich in den „nahen Osten“ verschlagen, wie das Foto im Miniaturenpark „Lütt Schwerin“ beweist. Eine ehemalige Bäckerei mitten in der Innenstadt inklusive Garten wurde mir angeboten. Da fiel die Entscheidung für einen Umzug leicht. Nun kann ich von meinem Arbeitszimmer ins Grüne schauen – und mich nach langer Zeit mal wieder um meinen Blog kümmern.

armenspeisung

„So etwas brauchen wir hier nicht“, glaubten die Stadtväter in Wittingen einstmals. Mit dem Sozialgefüge sei in dem kleinen Ort in Niedersachsen doch alles in Ordnung. Als  2007 etliche Freiwillige, Spender und engagierte Menschen dann trotzdem die „Wittinger Tafel“ aus der Taufe hoben, offenbarte sich doch ein Bedarf für eine wohltätige Lebensmittelausgabe. Heute versorgt die Einrichtung 650 bis 700 Menschen mit gesammelten Lebensmittelresten, abgelaufenen Nahrungsmitteln und trockenen Backwaren.

Bereits seit dem Morgen schleppen ehrenamtliche Helfer Kisten aus dem Lieferwagen heran, ordnen Gemüse, stapeln Brotlaibe, sortieren verdorbene Früchte aus. Erst kurz vor der Ausgabe ab 15 Uhr wird aus dem Kistenchaos ein gut sortierter Präsentationsraum aus lauter kleinen Marktständen.

Vor der Tür des Gebäudes in der Wittinger Innenstadt hat sich schon seit einer Stunde die Straße hinab eine lange Schlange gebildet. Es sind bedürftige Menschen aus der Region: Arbeitslosengeldempfänger, Hartz-4-Bezieher, allein erziehende Mütter, Rentner, Flüchtlinge, junge Menschen mit prekären Arbeitsverhältnissen. Vom Single bis zur Großfamilie, ist allen gemeinsam: Sie kommen mit ihrem Geld, mit den Sozialleistungen, allein nicht zurecht, sind auf Unterstützung angewiesen.

„Es ist kaum nachzuvollziehen, dass in unserem Sozialstaat so viele Menschen hilfebedürftig sind“, sagt Thomas Finnern, Vorsitzender der Wittinger Tafel, „Ich sehe die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klaffen. Die Nettoeinkommen der Sozialhilfeempfänger und der Geringverdiener sinken in der Realität.“

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Eine junge Familie erhält ihre Essensration. © Manfred Scharnberg

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Da hat sich jemand „Das gesunde Plus“ gegönnt – so jedenfalls steht es auf der Packung Vitamin-Bonbons, die neben den Plastikresten von probiotischen Joghurtdrinks liegt. Es waren offenbar Menschen mit viel Sinn für gesundheitliches Wohlbefinden. An Verständnis für Ökologie fehlt es allerdings. Denn die Hinterlassenschaften ihres Gesundheitstrips in die Boberger Niederung blieben mitten in einem der artenreichsten Naturschutzgebiete Hamburgs liegen. Diese von Birkenhainen und Heideflächen umgebenen Sanddünen sind ein Relikt der Eiszeit – eine traumhafte Landschaft.

CDU-Fraktionschef Volker Kauder sagte, es gebe „in Teilen der Gesellschaft bereits Verwahrlosung“. Wen meinte er wohl damit? Klar, angeblich seien ja Ärgernisse wie die Vermüllung unserer Umwelt ausschließlich ein Unterschichten-Problem. Allerdings scheinen auch Intelligenz und eine positive Ökobilanz nicht zwangsläufig zusammen zu gehören.

Statistiken zeigen, dass sozial schwache Bevölkerungsgruppen einen besseren ökologischen Fußabdruck aufweisen als die ach so ökologisch orientierte Mittelschicht. Wer arm ist, macht Urlaub in Balkonien, konsumiert wenig, ist sparsam und nutzt seine Habe länger als der Durchschnitt. Wo das Geld steckt, da geht es mit der Ökobilanz gleich in den Keller. Das neueste Equipment, die vielen Urlaubsflüge und üppiger Genuss sind Atribute eines ordentlichen „Verbrauchers“. Übrigens: Wir Journalisten gehören in letztere Bevölkerungsgruppe, denn wir sind überdurchschnittlich viel unterwegs.
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Müll im Boberger Naturschutzgebiet. © Manfred Scharnberg

beinhart wie ein soccer

„Ich bin quasi auf dem Fußballplatz geboren. Denn schon mein Großvater, mein Vater und mein Bruder spielten Fußball – was bleibt einem da übrig?“, fragte sich Alexandra Popp, die heute für den VfL Wolfsburg in der Bundesliga spielt. Die junge Spielerin kickte so lange es ihr möglich war nicht bei den Mädels, sondern bei den Jungs mit. „Die haben mich teilweise ganz schön nass gemacht“, sagt sie und lacht: „Aber auch ich hab es ihnen gezeigt.“ Klar, woher also die erfolgreiche Fußballerin die nötige Spielhärte hat.

Alexandra Popp wurde 2014 zur Fußballerin des Jahres gewählt. Sie ist Stammspielerin in der Frauennationalmannschaft und feiert mit dem VfL Wolfsburg einen Erfolg nach dem anderen. In der Saison 2012/13 gewannen die „Wölfinnen“ als erste deutsche Fußballmannschaft das Triple aus Deutscher Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League.

Die hochgeschossene 23jährige Stürmerin mit den blonden Haaren nimmt sich nach dem harten Training Zeit für ein Interview mit mir, stellt sich zum Porträt auf. Ohne Allüren, natürlich und freimütig geht sie auf die Fragen ein. Alexandra Popp lernt Zootierpflegerin – für ein Leben nach der Fußballkariere. „Das ist ein toller Ausgleich zum Sport. Ich wollte unbedingt etwas machen, was mir Freude macht und von dem ich mir vorstellen kann, nach dem Fußball diesen Job weiter zu machen“, erzählt Alexandra Popp.
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Alexandra Popp auf dem Trainingsplatz des VfL Wolfsburg
© Manfred Scharnberg

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