totengilde

Mit Anstand ünner de Erd

Die Tradition der Totengilden war einst in Schleswig-Holstein weit verbreitet. Übriggeblieben ist nur noch eine: die »Holmer Beliebung«. Dies ist ein erstaunlich lebenslustiger Klub – zumindest beim jährlichen Beliebungsfest wenn Totenkult und Feierlaune zusammentreffen.

»Wo ist denn hier der Holm, meine Herren?« Die Männer drehen sich langsam und schwerfällig um, mustern mich lange, bis sich endlich jemand zu einer Antwort bequemt: »Dat wet ick ni, dat mut irgendwo dor dröben sien.« Sein Finger deutet in Richtung Schleswiger Dom. Als ich den angegebenen Weg einschlage, grienen die Männer. Sie stehen an der „Klönecke« – mitten auf dem Holm. Die Holmer verschaukeln ganz gerne mal einen Fremden.

In diesem 200-Seelen-Fischerquartier bei Schleswig lässt man sich nicht aus der Ruhe bringen. Seit Jahrhunderten treffen sich die Männer an derselben Klönecke, bei jeder Witterung, die Hände fest in den Hosentaschen verankert, und reden über immer dieselben Themen: Nachbarschaft, Fischfang und Wetter. Auch seit Jahrhunderten durchziehen unverändert drei Straßenzüge den Ort: Süderholm, Norderholm und Fußamholm. Im frühen Mittelalter siedelten sich hier, auf einer Sandbank am Ufer der Schlei, die ersten Fischerfamilien an. Holm, aus dem dänischen Wort für »Hallig« abgeleitet, blieb über lange Zeit hinweg eine Insel. Erst 1935 hat man die schmale Wasserstraße zwischen Eiland und Festland zugeschüttet und eine Asphaltstraße gebaut. Trotz dieser Verbindung zur restlichen Welt hat Holm den Charme einer Inselsiedlung bewahrt. Mit wenigen Schritten überquert man nicht nur eine Straße (früher einen Kanal), sondern auch eine unsichtbare Grenze. Man verlässt das Land der »Butendieker« – so nennen die Holmer alle Menschen außerhalb ihres wirklichen und weltanschaulichen Deiches – und gelangt in die sonderbare Welt eines ganz eigenen Menschenschlags.

»Ich stets mein Grab vor mir erblicke« (aus der Satzung der Holmer Beliebung)

Die Häuser sind in einem Kreis angeordnet. Mittendrin, wo anderswo der Marktplatz liegen würde, ruhen die Toten. Aus ihren Häusern blicken die Holmer tagtäglich auf die Gräber naher Verwandter. Um den Friedhof herum spielt sich der normale Alltag ab. Dorfbewohner lehnen am Friedhofszaun und erzählen sich Witze, Kinder spielen laut. Die immerwährende Erinnerung an den Tod nimmt ihm viel von seinem Schrecken.

Der Kirchhof gehört der »Holmer Beliebung«, einer der letzten Totengilden Schleswig-Holsteins. Alle Holmer – und nur die – stehen in ihrem Mitgliederbuch. »Etliche Bürgere und Fischere« gründeten 1650 die Beliebung, um nach »eigenem Belieben« die Verstorbenen zu bestatten. Dieses Privileg stand damals noch ausschließlich dem Landesfürsten zu. Die Holmer aber hatten »fleißig erwogen und betrachtet«, das sie bis dahin »wenig zusammengehalten und nachbarschaftliche Liebe« praktiziert hatten. Deshalb gelobten sie in ihrer Satzung, »inkünftig beieinander im Leben und Sterben zu stehen«. Seitdem gibt es für Beerdigungsunternehmer auf dem Holm nichts mehr zu verdienen. Kein Holmer läßt sich von einem Fremden zu Grabe tragen. Das machen die »Beliebungsbrüder« unter sich aus.

Ist jemand verschieden, so geht der »Verkünder des Todes« im schwarzen Anzug von Haus zu Haus und sucht sechs Sargträger aus; diese Pflicht geht reihum. Für 18 Mark Jahresbeitrag reservieren sich die Mitglieder eine kostenlose Grabstätte mitten im Ort. Auch die unentgeltliche Bereitstellung der Kapelle für den Trauergottesdienst und ein Sterbegeld von 350 Mark sind in der Satzung festgelegt. Die Beliebung bewahrt ihre handschriftlichen Statuten von 1650 sorgsam auf. Deren Inhalte sind im Grunde unverändert geblieben.

»Und wenn ick de Ogen mal tomoken mut, denn bring mi to Ruh ob de Holm« (aus einem Fischerlied)

Holm heute, »Beliebungsfest«: Wie immer stehen sie in Reih und Glied da, an einem Montagmorgen im Mai oder Juni, Punkt acht Uhr – die Männer in Schwarz. Seit 339 Jahren dasselbe Schauspiel: Nach dem letzten Schlag der Kirchenglocke schmettern Posaune, Trompete, Flöte, Pauke, Trommel und Becken den »Torgauer Marsch«. Hundert schwarze Anzüge setzen sich in Bewegung, hundert Paar schwarze Schuhe marschieren im Gleichschritt über das Kopfsteinpflaster, hundert schwarze Zylinder steigen im Takt der Musik auf und ab. Mit ernsten Mienen schreiten die Männer durch eine mit Eichenlaub, Schiffsdarstellungen und Fischen geschmückte Ehrenpforte, in Dreierreihen, wie ein gleichmäßig wogendes, schwarzes Meer. An der Spitze des Zuges marschiert, mit einer prächtigen Silberkette behängt, der »Öllermann« – das Oberhaupt der Beliebung.

Zum »Beliebungsfest« zeigt sich Holm im vollen Putz. Girlanden aus Eichenlaub überspannen die Gassen, den Friedhof schmücken Blumen, die frisch gewienerten Grabsteine glänzen. Unzählige blau-weiß-rote Sch1eswig-Holstein- Fahnen und blau-gelbe Schleswig Banner flattern im Wind. »Schaptüch« und »ho’e Hot« – schwarzes Schrankzeug und Zylinder – zählen zu den vorgeschriebenen Kleidungsstücken zum festlichsten Anlass des Jahres. Eine Rose am linken Revers des Anzugs – als leuchtendroter Tupfer auf Trauerschwarz – steht dafür, dass die Totengilde feiert.

»Kommet dann das Fest herbei, wird es Freude euch bereiten« (Strophe aus »Holmer Beliebung«).

Der Umzug der Männer zur »Generalversammlung« gleicht einem Betriebsausflug von Beerdigungsunternehmern. Der Troß bewegt sich wie nach einer einstudierten Choreographie. Seit Jahrhunderten ist es immer wieder dieselbe feierliche, ehrwürdige Prozedur: Man umrundet den Friedhof. Die Musik verstummt, die Zylinder werden gelüftet – Gedenkminute zu Ehren der Toten. Weiter mit einem Trauermarsch. Ansprache und Kranzniederlegung. Das zweite Mal um den Friedhof, eine große Runde durch den Ort – und dann geht es zu den Klängen des Marsches »In die weite Welt« zum Festsaal nach Schleswig hinein.

Vor der Kulisse aus modernen Bürofassaden und spiegelnden Autos, inmitten lärmender Geschäftigkeit wirken die Zylindermänner wie Überbleibsel aus grauer Vorzeit. Am Straßenrand staunen, winken, rufen Passanten. Die Gesichter der Holmer spiegeln Stolz wider. Ihr Gleichschritt demonstriert Gemeinschaftssinn. In der Einheit der Bewegungen wächst das Zusammengehörigkeitsgefühl, schrumpft jeder Nachbarschaftszwist zur Lappalie.

Im  Festsaal »Hohenzollern« seufzen Geigen das Largo von Händel. Eine meterhohe Blumenpyramide beherrscht die Bühne. Davor der »Öllermannstisch«. An der langen Tafel haben zwanzig dunkle Gestalten Platz genommen – der Vorstand der Holmer Beliebung. Kerzen auf silbernen Ständern beleuchten alte Zinn-Humpen und prunkvolle Silberpokale. In der Mitte des Tisches residiert Öllermann Kar! Wolff. »Ick bün sowat wie’n König hier«, scherzt er. »En Johr heb ick wat to seggen, en Johr Glanz und Gloria.« Laut Satzung obliegt es jedes Jahr einem anderen, als Öllermann in der Totengilde »das Wort zu führen«. Karl Wolff hat seinen Bruder Johannes in diesem Amt abgelöst. 1924 waren es ihr Großvater und dessen Bruder, die hintereinander das Amt bekleideten – auch sie hießen Johannes und Karl Wolff.

Wenn der bisherige Öllermann zum Beliebungsfest seinen Platz räumen muss, beginnt das Stühlerücken an der Tafel. Der zweite Öllermann übernimmt die Regentschaft und den Stuhl seines Vorgängers. Alle acht »Achten« rücken nach, einen hölzernen Sitz weiter bis zu ihrem großen Auftritt. Der frei werdende Platz am linken Ende des Öllermannstisches wird neu besetzt. Nicht eine Wahl entscheidet über den Nachfolger, sondern das Datum seines Eintritts in die Totengilde. Er rückt Jahr für Jahr weiter zur Mitte, bis er – in der Regel nach neun Jahren – selbst Öllermann wird.

»Werden darauf alle Dinge vor Genießung einigen Trunks richtig gemacht« (Satzung von 1650)

Dreimal klopft der Öllermann mit dem »Regiment«, einem hölzernen Stab, auf den Tisch. Damit ist die Beliebungsversammlung eröffnet. Der Rechnungsführer beginnt mit dem jährlichen »Rückblick holen und Rekenschaap afflegen«. Hier ist Plattdeutsch Amtssprache. Hans-Günter Saager erinnert an den Zweck der Holmer Beliebung: »Dat wi uns in Not und Gefohr bistohn und vör allen Dingen unsre Doden mit Anstand ünner de Erd geleiten. Wi bewohren wat uns as god öberlevert is und holen unsre olen Sitten obrecht. Dorbie sünd wi nich blind und schnacken nur vun olen Tiden. Se weern gornich immer god.« Dass sie nicht die Ewiggestrigen sind, unterstreichen die Beliebungsbrüder mit einer behutsamen Satzungsänderung. Zwar dürfen die »Beliebungsschwestern« noch nicht mitentscheiden, aber fortan behalten sie nach einer Scheidung ihre Mitgliedschaft, gelten nicht länger nur als Anhängsel des Mannes.

Es wird feierlich. Die Männer erheben sich. Zur getragenen Musik eines Streichensembles verliest einer der Brüder die Liste der im letzten Jahr Verstorbenen. Starr und ergriffen gedenken die Mitglieder der Beliebung ihrer ehemaligen Nachbarn. Der letzte Name ist gefallen, der letzte Ton der Musik verklingt ­– Totenstille. Eine Stunde später: lautes Lachen, erregtes Stimmengewirr, turbulentes Durcheinander. Die Männer stehen um den Öllermannstisch herum, palavern, ulken, trinken Köhm und Braunbier. Die Feier der Totengilde – ein Fest zwischen Todernst und Frohsinn.

»Das Fluchen und Schweren soll bey Uns gar abgeschaffet sey. Wird aber einer zorniglich Fluchen, der soll geben Vier Schilling lübisch« (aus der Satzung).

»Belebensbroder, kann ick en Köhm hebben?« Diese vorgeschriebenen Wörter wirken wie eine Zauberformel, damit bekommt jeder vom Öllermann und dem Vorstand an der Tafel kostenlos Schnaps ausgeschenkt. Doch die meisten wollen sich gar nicht ums Bezahlen drücken – schließlich muß ja die Friedhofskasse gefüllt werden. »He Karl, ick will en Köhm hebben«, ruft der Fischer Harald Ross laut über den Tisch. Grinsend hält ihm der Öllermann eine alte, kupferne Sammelbüchse entgegen. Das kostet Strafgeld, hat der Fischer doch versäumt, die Zauberformel satzungsgemäß auszusprechen. »Wo is mine Quittung?« Harald Ross bekommt sie naß, kalt und klar – ein Glas Korn. Den Köhm spült er mit einem Schluck Braunbier hinunter. Wieder wird ihm die Sammelbüchse vor die Nase gehalten, denn er hat den Deckel nicht ordnungsgemäß geschlossen. Als er dann beim Quittieren »Prost« sagt, darf er zum dritten Mal einen »Bruch« berappen. Rundherum füllen sich die rasselnden Sammelbüchsen mit Strafgeldern, weil sich die Beliebungsbrüder mit Anstand richtig falsch benehmen. 3600 Mark, die für die Pflege des Friedhofs bestimmt sind, kann der Vorstand nach dem Fest verbuchen. Die Gegenrechnung: 90 Flaschen Korn und 350 Flaschen Bier.

Mittags geht es zurück zum Holm – vorn in geraden Reihen, hinten in Schlangenlinie. Wie ein Heer angeschlagener, aber siegreicher Krieger ziehen sie, sich gegenseitig stützend, durch Schleswig, winken den Menschen auf den Balkonen zu und nehmen Ovationen entgegen.  Immerhin haben sie ja gewonnen – die Schlacht gegen den Alkohol. Manch einer taumelt im Siegesrausch, mit weichen Knien, müder Zunge und schiefsitzendem Zylinder – aber noch halbwegs aufrecht. Auf dem Holm empfangen begeisterte Frauen den »Triumphzug«. Sie greifen ihren müden Kriegern nicht nur moralisch unter die Arme. Nachdem sich der Zug vor dem Haus des Öllermanns langsam aufgelöst hat, steigt der Verbrauch von Kopfschmerztabletten sprunghaft an. Auch mit alten Hausmitteln – saurem Hering, Aalsuppe und Spiegeleiern – mühen sich die Frauen ab, ihre Männer wieder flottzumachen, denn am Abend soll das Fest weitergehen.

»In Schleswig op de Holm, dor steid uns Huus, dor sünd wie tofreden in Ruh« (Holmer Lied)

Die engen Gassen, mit purpumen Rosenstöcken und alten Gaslaternen, sind wie leergefegt. Der Ort hält seinen Mittagsschlaf. Niemand ist jetzt über die »Klöntür« gelehnt, von der man die obere Hälfte öffnen kann, und plaudert mit dem Nachbarn. In den 65 Häusern – Katen mit verwaschenen Ziegelmauern und bunten Sprossenfenstern, Fachwerkbauten mit spitzen Holzgiebeln, die sich zum Schutz gegen die Seewinde aneinanderschmiegen – ist Ruhe eingekehrt. So eng wie ihre Häuser stehen auch die Holmer zusammen. Sie sind alle irgendwie miteinander verwandt oder verschwägert. Bei den vielen gleichen Namen könnte es leicht zu Verwechslungen kommen, wäre da nicht im Laufe der Jahrhunderte ein Kuriosum entstanden. Die Holmer tragen »Ökelnamen«, wie »Draller«, »Rappel« oder »Dickkop«. Diese Spitznamen vererben sich über viele Generationen hinweg. Manchmal stehen sie auch auf dem Türschild, in Klammern hinter dem bürgerlichen Nachnamen. Der Postbote kommt ohne Schild aus. Er weiß ohnehin, wo Nanz (Bubbe), Nanz (Ley) oder Nanz (Diransch) wohnen.

»Heißt wie hoch dat Segel, nehmt dat Rohr to Hand, seilt wie froh und frie de schöne Schlie entlang« (aus »Dat Schlielied«)

Jürgen Meyers Familie braucht keinen »Ökelnamen«. Dieser Name ist hier selten. Der ehemalige Fischer sitzt vor dem Haus und blickt geruhsam auf sein Revier in der Schlei. Reusen und Fischernetze trocknen in der Mittagssonne, Kähne dümpeln auf dem Wasser, hoch oben segeln laut schreiende Möwen. »Erik, Erik röpt de!« Der 73jährige Rentner mit den roten Wangen und der Schippermütze weiß, was es mit dem Ruf der »Schwartköpp«, der Lachmöwen, auf sich hat. Augenzwinkernd erzählt er eine Geschichte, die in Holm von einer Generation zur anderen weitergegeben wird: Auf einer vorgelagerten Insel, heute Brutplatz der Möwen, stand vor langer Zeit das prächtige Schloss des machthungrigen Herzogs Abel. Eines frühen Morgens zogen die Holmer Fischer mit ihrem Netz einen Toten mit einem Dolch in der Brust an Bord. Sie erkannten Erik, den Bruder des Herzogs. Abel hatte Brudermord begangen, den Widersacher beseitigt. Der Mord blieb aber ungesühnt, denn der gerissene Herzog fand falsche Zeugen, die schworen, die ganze Nacht mit ihm zusammengesessen zu haben. Doch alle, die den Meineid geschworen hatten, traf ein Fluch. Sie wurden in Möwen verwandelt und krächzen bis zum heutigen Tage ihr »Erik, Erik« von der Möweninsel herüber.

»Frohsinn ist viel Wert …, Einigkeit bringt Segen, und ich bin belohnt« (Holmer Liedertext)

Beim Umzug zum abendlichen Festsaal sind auch die Beliebungsschwestern dabei, in farbigen, langen Kleidern. In den hinteren Reihen folgen diejenigen dem Takt der Marschmusik, die sich sonst zu Disco-Hits bewegen, die »Stickels«. Der Nachwuchs der Beliebung ist nach einer kleinen Fischart benannt, den Stichlingen. »Wenn man auf dem Holm aufgewachsen ist«, sagen sie, »dann gehört die Beliebung einfach dazu.« Sie leben nicht in einem Gefühl, Althergebrachtes nur wiederzukäuen. Und das Beliebungsfest? »Das ist schöner als Weihnachten. Mit drei Generationen feiern ist toll!«

Eigentlich sind die Totengilden in Schleswig-Holstein schon lange ausgestorben. Früher hatte fast jedes Dorf seine Beliebung. Geblieben ist davon eine Handvoll Altherrentreffen. Nur die Holmer Beliebung ist wirklich lebendig geblieben und ohne Nachwuchssorgen. Die ehemalige Schleiinsel gilt als letzte Bastion des alten norddeutschen Totenbrauchs.

Die Ehrentänze leiten den Festball ein: Jung und alt strömen auf die Tanzfläche. Sie machen ihren Hofknicks beim Menuett, schwingen ihr Bein zum Wiener Walzer, drehen sich zum Vogelfänger und Fürstenauer. Die alten, fast vergessenen Tänze fangen alle unüblich an – mit dem rechten Bein. Der »Dansmeister« bringt den Holmern die richtigen Schritte bei, die über Generationen von Tanzmeister zu Tanzmeister überliefert wurden. Zu den beschwingten Tönen des Streichensembles tanzen die Paare den Figaro. In Reihen schreiten sie aufeinander zu, stoßen einen Juchzer aus, gehen zurück, formieren sich im Kreis, halten ihre Hände im Mittelpunkt zusammen und drehen sich zur Mühle.

Der letzte Tanz findet im Freien statt. Im Morgengrauen drehen sich die Paare zum Walzer vor dem Haus des neuen Öllermanns über das Holmer Kopfsteinpflaster. »Unsere Beleben leve hoch, dremohl hoch!« schallt es durch die Gasse, und hundert Zylinder werden dreimal in den grauverhangenen Morgenhimmel gelupft. Müde und begeistert zugleich sagt einer: »So weer dat in unsre Beleben, siet se besteit. So is dat, und so sall dat og blieben.«