logistiker

Immer in Bewegung

Die Schnellecke Gruppe bewegt weltweit unzählige KFZ-Bauteile und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem der führenden Automotive Logistiker, der mit Flexibilität auf Markttrends reagiert.

Einst transportierte die Spedition Schnellecke Gegenstände von A nach B. Das in Wolfsburg ansässige, Unternehmen tut das zwar immer noch. Doch der Hauptanteil des Betätigungsfeldes der Schnellecke Group AG & Co.KG umfasst – im Gegensatz zu klassischen Transportunternehmen – sehr viel mehr als der Begriff Logistik normalerweise beinhaltet. Nämlich eine hoch entwickelte Distributionsform für Bauteile, die zusammengefügt und Automobilherstellern bedarfsgerecht zugeliefert werden.

Natürlich gilt auch hier das Prinzip „just in time“ aber bei Schnellecke heißt es vor allem „just in sequence“. „Wir liefern nicht nur punktgenau zum richtigen Zeitpunkt, sondern auch in der, für den Produktionsablauf erforderlichen Reihenfolge, damit das richtige Bauteil exakt zum jeweils auf dem Band befindlichen Fahrzeug paßt“, erklärt Sven Muthig, Leiter des zentralen Marketing bei Schnellecke.

Waren es anfangs noch vielfach Einzelteile, die der Logistiker Autoproduzenten direkt ins Werk lieferte, so sind es heute überwiegend ganze Einbaumodule, die vorher im Unternehmen aus einzelnen Teilen zusammengefügt werden. Den Trend, bei Autobauern solche Produktionsbereiche auszulagern, hat man bei Schnelleck früh erkannt – und so übernahm man diese Arbeiten. „In den 80iger Jahren war unser Gedanke, mit Vormontagen wertschöpfende Tätigkeiten zu übernehmen“, berichtet Sven Muthig, „Wir bieten Kunden alle Logistikmöglichkeiten aus einer Hand. Das reicht von der Abholung beim Zulieferer, der Lagerhaltung von Einzelteilen, der Veredelung des Gutes durch Zusammenbau, bis hin zur termingerechten Anlieferung im Werk.“

So bewegen in den Hallen von Schnellecke Robotter Stanzteile hin und her, schweißen sie zu Türlementen zusammen. An anderer Stelle verlassen komplette Auspuffanlagen die Robotterstraße. In einer weiteren Halle ist sehr viel Handarbeit zu sehen. Dort bauen Mitarbeiter Mittelkonsolen in diversen Ausführungen zusammen. Andere verkleiden Innenausstattungselemente je nach Bedarf mit Stoff oder Leder. „Für uns ist das alles Logistik“, sagt der Marketingleiter beim Gang durch die Hallen.

Die Vormontage findet in der Regel am Ort des Autoherstellers statt. In dem Wolfsburger Gebäudekomplex werden daher KFZ-Teile für Volkswagen – dem bedeutendsten Schnellecke-Kunden – gefertigt. Hier ist auch seit jeher die Firmenzentrale angesiedelt. 1939 als bahnamtliches Fuhrunternehmen gegründet, betreibt der Konzern heute weltweit 40 Standorte in 14 Ländern.

Die stetige Expansion und der große Erfolg, haben eine einleuchtende Ursache: Das ganz besondere Know-how des Unternehmens. „Die Logistik im Automobilbereich ist extrem anspruchsvoll. Dort liegt unsere Kompetenz – auf einem sehr hohen Niveau“ sagt Sven Muthig. Kein Wunder also, wenn das Unternehmen auch von Autobauern wie Porsche, General Motors, Nissan und Ford international als Partner bevorzugt wird.

„Die Anforderungen an die Logistik steigen ständig, denn bei immer größerer Modellvielfalt der Autohersteller, müssen wir immer mehr Einzelteile im Blick haben“, berichtet der Markeingleiter. Dafür ist eine ausgefeilte IT nötig – Computersysteme, die mit der Produktionsplanung der Hersteller vernetzt sind und die komplexe Warenwirtschaftssysteme steuern. Bei Schnellecke hat man immer die Nase vorn, wenn es um Innovationen geht. So hat man an der Entwicklung des Wingliners mitgewirkt, einem Lastwagen der besonders schnell entladen werden kann. Auch der Gigaliner mit seinem riesigen Fassungsvermögen war hier im Testbetrieb. Und in der Produktion wird an einigen Stellen das so genannte Pic-by-voice System angewendet, bei dem Mitarbeiter per Kopfhörer informiert werden, welches spezielle Teil als nächstes aufgenommen werden muß.

Flexibel auf den Markt reagierend, stellt der Logistiker seine Kompetenz auch der Verbraucherindustrie zur Verfügung. Der Logistikbereich ist ein Wachstumsmarkt, dafür nennt Sven Muthig einen Grund: „Bei Automobilherstellern sind kompetente Partner gefragt, die ihnen ermöglichen, flexibel auf den Markt zu reagieren.“

 

Schnellecke in Zahlen:

Der im Familienbesitz befindliche Konzern betreibt 40 Standorte in 14 Ländern. Dazu gehören Mexiko, Brasilien, Südafrika, China und die USA. Die meisten Niederlassungen liegen in Europa, von Palmela in Spanien bis St. Petersburg in Rußland. Weltweit beschäftigt das Unternehmen ca. 12.000 Mitarbeiter, die eine Lagerfläche von etwa einer Million Quadratmeter bewirtschaften. Täglich sind 500 LKW unterwegs. An den deutschen Standorten werden 13 Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht. Dabei setzt man bei Schnellecke auf den Energieversorger LSW. Aufgrund langjähriger Zusammenarbeit in Wolfsburg, werden ab 2011 alle sechs deutschen Standorte von der LSW mit Strom versorgt.

Website: http://www.schnellecke.com/