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Natur unter Laborbedingungen

In Klimahallen, an Analysegeräten und mit Algenzüchtungen arbeiten Forscher in Sarstedt an einer sauberen Zukunft. Die Dr.U.Noack-Laboratorien testen chemische Substanzen auf ihre Umweltverträglichkeit. Das Ziel: unbelastete Konsumartikel.

Von der Arbeit der Dr.U.Noack-Laboratorien profitieren alle Verbraucher – auch wenn sie es nicht direkt bemerken. Das unabhängige Prüfinstitut in Sarstedt erstellt Umweltverträglichkeitsstudien und betreibt Auftragsforschung. Es untersucht Materialien und Zusatzstoffe, die Hersteller auf den Markt bringen wollen. Dazu sind die Produzenten verpflichtet. „Unternehmen der agrochemischen, chemischen und pharmazeutischen Industrie, die ihre Stoffe in Europa oder weltweit zulassen wollen, lassen diese bei uns prüfen“, berichtet der Inhaber Dr. rer. nat. Udo Noack.

Dabei geht es meist um deren ökotoxikologische Eigenschaften und biologische Abbaubarkeit. Ein Beispiel: Die meisten Schreibpapiere sind mit speziellen Oberflächenbeschichtungen versehen, wie Farbstoffen oder wasserabweisenden Materialien. Solche Substanzen prüfen die Noack Laboratorien. In langen Testreihen, die bis zu einem Jahr dauern können, ermittelt das Labor, ob die untersuchten Stoffe die Umwelt schädigen und wie lange es dauert, bis sie natürlich abgebaut werden.

Weltweites Spitzenniveau

„Die Prozesse, die in der Natur ablaufen, führen wir simulativ im Labor durch“, erklärt Udo Noack. Wenn die Natur nachgeahmt wird, kommen Mikroorganismen, Bakterien, Algen, Insekten und Pflanzen zum Einsatz – als Umweltindikatoren oder fleißige Giftstoffvertilger. Derartige Prüfverfahren werden bei allen Chemikalien angewendet, die in Alltagsgegenständen vorhanden sind – solche, die Leder geschmeidig machen oder Waschmittel pflegeleicht. Aber auch bei Pigmenten, die unseren Konsumgütern tolle Farben verleihen. „Diese Studien sind nicht nur ein Vorteil für Wasser, Boden, Pflanze, Tier und Mensch. Auch die Industrie verschafft sich mit dem Label Umweltverträglichkeit Wettbewerbsvorteile“, meint Udo Noack.

„Schließlich liegt der Sinn darin, toxische Stoffe durch ungiftige zu ersetzen.“ Von den Zulassungsbehörden anerkannt und mit der Zertifizierung nach dem internationalen Standard, den „OECD Good Laboratory Practice Grundsätzen“, gehören die Dr.U.Noack-Laboratorien zu den wenigen privaten Einrichtungen dieser Art auf der Welt. „Wir erwirtschaften 60 Prozent unseres Umsatzes mit ausländischen Konzernen“, berichtet der Diplom-Biologe. „Zu unseren Kunden gehören alle Global Player der chemischen Branche.“

Technisch auf dem neuesten Stand

Das ist dem hohen wissenschaftlichen und technologischen Niveau des Instituts zu verdanken. 65 hochqualifizierte Mitarbeiter – Biologen, Chemiker, Agraringenieure, Bioingenieure, Laboranten und Assistenten – arbeiten mit einem beachtlichen Gerätepark. Analysegeräte wie Massenspektrometer, Gas- und Flüssigkeitschromatografen kommen zum Einsatz. „Wir haben einen spannenden Beruf, der jeden Tag eine neue Herausforderung bietet“, schwärmt Udo Noack. „Einerseits hat die Fülle der chemischen Stoffe in den letzten Jahren extrem zugenommen. Andererseits sind die Umweltbehörden weltweit sensibler geworden, sodass die Materialien einer immer kritischeren Prüfung unterzogen werden.“

Zum Arbeitsfeld passt das ausgeprägte Umweltbewusstsein in den Noack-Laboratorien. Das Unternehmen ist nicht nur Vorreiter in Bezug auf die Sicherheits- und Klimabedingungen in den Laboren, auch energetisch ist man auf dem neuesten Stand: Eine Wärmepumpe gewinnt grüne Energie aus der Erde für die Fußbodenheizung des Neubautraktes. Das Labor verbraucht insgesamt 400.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Größter Stromfresser sind die Klimahallen, in denen konstante Temperatur- und Lichtverhältnisse herrschen müssen. Daher hat sich das Unternehmen von seinem Stromversorger, der EVI, eine Photovoltaik-Anlage auf das Dach installieren lassen. Die deckt etwa acht Prozent des eigenen Strombedarfs. „Dabei sind wir ausgezeichnet von der EVI beraten worden“, urteilt Dr. Udo Noack.