Header-Foto: © Alejando Chaskielberg

Malen mit Licht

Es ist eine Entschleunigung der Fotografie. Mit Belichtungszeiten bis zu einer Stunde gehört die Light Art Photographie zu den ganz langsamen Arten Fotos zu erstellen. Der Fotograf Manfred Scharnberg präsentiert, nach einer historischen Einordnung, in seinem Vortrag die Arbeiten von drei Fotografen in ihrem ganz eigenen künstlerischen Stil. Allesamt Bilder, die mit eigenem Licht aus dem Dunklen heraus „gemalt“ wurden.

„Fotografie kann Wirklichkeit umgestalten und eine magische Ansicht des Lebens erzeugen. Das ist ein Vorzug dieser besonderen visuellen Sprache.“

Alejandro Chaskielberg

Alejandro Chaskielberg hat im argentinischen Flussdelta des Rio Parana des Nachts fotografiert – ausschließlich bei Vollmond. Seine Technik: Eine Sinar Norma Großbildkamera,
mit Negativfilm im Format 4×5 Inch. Mit der Balgenkamera nahm der argentinische Fotograf Outlaws, Holzfäller, Jäger und Fischer auf, die sich wie zu Großmutters Zeiten die lange Belichtungszeit nicht bewegen durften. Trotzdem wirken seine Fotos nicht steif.

Der ehemalige Gefängnisinsasse und der Hahn, der im auf Schritt und Tritt folgt. © Alejando Chaskielberg

„Irgendwie ist es eine romantische Idee mit der Technik gegen den Strom zu schwimmen. Ein wenig rebellisch, vor allem aber mein persönlicher Versuch die Magie des ursprünglichen fotografischen Prozesses wieder zu entdecken.“

Alejandro Chaskielberg

„Stella Polaris – Ulloriarsuaq“, nach dem lateinischen und dem Eskimo-Namen, ist das Fotoprojekt von Nomi Baumgartl, Sven Nieder und Laali Lyberth genannt. Ihr arktisches Lichtkunstprojekt illuminiert des Nachts Schneelandschaften, Eisberge und Gletscher mit künstlichem Licht. An der Westküste Grönlands Nuuk, Ilulissat, fangen sie gemeinsam mit Lichtbotschaftern aus der Bevölkerung der Kalaallit- und Inuit-Stämme, sehr dramatische Lichtstimmungen ein. Ein Projekt, das auf den rasanten Klimawandel hinweisen will.

Grönland: Ein kantiger Gletscher, mit Scheinwerfern angestrahlt, in einer Nordlicht-Nacht. © Sven Nieder, aus dem Buch „Stella Polaris – Ulloriarsuaq“


„Mich fasziniert die Dunkelheit, die ich mit Hilfe des Lichtes in eine Geschichte verwandle.“

Sven Nieder

JanLeonardo Wöllert schafft mit Hilfe von LED-Lampen, Feuerwerk und Fackeln phantastische Szenen. Mit Bewegungen und optischen Tricks entstehen schwebende Leuchtformen, die oftmals nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Der Fotograf aus Bremen gehört zu den Wegbereitern der Light Art Photography. Ungewöhnliche Räume, Gebäude und Landschaften bilden die Umgebung in der er seine Performances abhält. Der Aufwand, den er betreibt ist so groß, dass er manche Nacht nur ein einziges Motiv im Kasten hat.

„Die Geschichte soll in den Köpfen der Betrachter entstehen, mit meinen Bildern möchte ich Menschen anregen selbst herauszufinden, was sie darin sehen.“

JanLeonardo Wöllert
Es wirkt wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film. Die Lichtspuren und den difusen Mann hat der Fotograf ins Dunkel gezaubert. © JanLeonardo Wöllert